Feste und Traditionen

Camerone (Seite 2)

Zur Mittagszeit wird der Hauptmann DANJOU getötet

Es war zehn Uhr morgens. Bis sechs Uhr abends trotzten diese sechzig Männer, die seit dem Morgengrauen weder etwas gegessen noch getrunken hatten, der extremen Hitze, dem Hunger und dem Durst. Sie verteidigten sich gegen 2000 Mexikaner: 800 Berittenen sowie 1200 Infanteristen.


Gegen Mittag wurde Capitaine Danjou durch einen Bauchschuss getötet. Um zwei Uhr fiel sous-lieutenant Vilain. Dann entschloss sich der mexikanische Colonel, Feuer in der Hazienda zu legen. Die Hitze und der Rauch verschlimmerten ihre Lage noch, doch die Legionäre hielten immer noch stand. Die meisten von ihnen waren verwundet.


Um fünf Uhr nachmittags hatte sous-lieutenant Maudet noch ein Dutzend kampffähiger Männer an seiner Seite. Der mexikanische Colonel sammelte seine Soldaten um sich um sie zu fragen, ob sie sich nicht schämten, mit dieser Handvoll Männer (ein Legionär, der Spanisch verstand, übersetzte dies seinen Kameraden) nicht fertig zu werden.


Die Legionäre

Die Mexikaner waren zum Sturm auf die Hazienda über die Breschen, die sie im Laufe des Tages geschlagen hatten, bereit, jedoch forderte Colonel Milan sous-lieutenant Maudet noch einmal auf, sich zu ergeben. Dieser wies mit Verachtung zurück.


Der letzte Sturmangriff begann. Bald blieben Maudet nur noch fünf Männer übrig: Caporal Maine sowie die Legionäre Catteau, Wensel, Constantin und Leonhard. Jeder hatte noch eine einzige Patrone. Sie pflanzten das Bajonett auf und zogen sich -Rücken zur Wand- in einen hinteren Winkel der Hazienda zurück. Auf Kommando stürzten sie sich auf die anstürmenden Mexikaner. Sous-lieutenant Maudet und zwei Legionäre sanken tödlich getroffen zu Boden. Maine und seine beiden verbleibenden Kameraden wären massakriert worden, jedoch stürzte ihnen ein mexikanischer Offizier entgegen und rief: "Ergebt euch"! Noch immer mit vorgestrecktem Bajonett antwortete einer: "Wir ergeben uns nur, wenn ihr uns versprecht, dass wir uns um unsere Verwundeten kümmern können und dass wir unser Waffen behalten können". Der Offizier erwiderte: "Männern wie euch kann man nichts abschlagen".


Sie waren hier weniger als sechzig...

Die sechzig Männer des capitaine Danjou haben ihren Schwur gehalten. Elf Stunden haben sie 2000 Feinden standgehalten, haben 300 getötet und ebenso viele verwundet. Sie haben sich geopfert, dadurch konnte der Transport sicher an sein Ziel gelangen. Sie haben den Auftrag, der ihnen anvertraut wurde, erfüllt.


Kaiser Napoleon der III. hat angeordnet, dass der Name "CAMERONE" auf die Fahne des Fremdenregimentes geschrieben wird und dass die Namen von Danjou, Vilain und Maudet mit Goldbuchstaben in die Wände des Invalidendomes in Paris gemeißelt werden.


Am Ort der Schlacht in Camerone in Mexico wurde 1892 ein Denkmal errichtet. Es trägt die Inschrift :


Hier standen weniger als 60 Mann gegen eine ganze Armee. Deren Masse hat sie erdrückt.
Bevor sie jedoch ihren Mut verloren, haben diese französischen Soldaten am 30. April 1863 ihr Leben gegeben.
Zum Andenken an sie hat das Vaterland dieses Denkmal errichtet.


Seit dieser Zeit präsentieren vorübermarschierende mexikanische Soldaten vor dem Denkmal das Gewehr."